Denkmalschutz und Energieeffizienz erscheinen häufig als Widerspruch. Doch innovative Technologien wie die Vakuumisolierverglasung (VIG) zeigen, wie man beides vereinen kann. Sie ermöglicht eine energetische Sanierung, ohne das Erscheinungsbild von Gebäuden grundsätzlich zu verändern.
Denkmalgeschützte Gebäude zeichnen sich oft durch ihren einzigartigen Charakter und ihren besonderen architektonischen Charme aus. Dieser prägt das Stadtbild und leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des kulturellen Erbes und der Baukultur. Aufgrund ihres Alters verzeichnen viele Denkmäler jedoch eine schlechte Energieeffizienz. Das liegt auch am häufig verwendeten Einfachglas, das nicht nur schlecht dämmt, sondern auch Zugluft und Kondensat begünstigt.
Denkmalschutz als Sanierungshürde
Wer ein denkmalgeschütztes Gebäude sanieren und energetisch aufwerten möchte, sieht sich in der Regel mit hohen Auflagen konfrontiert. Denn der Denkmalschutz will die Ursprünglichkeit und den möglichst unveränderten Erhalt der Substanz historischer Gebäude gewährleisten. Die Isolierung von Fenstern und Türen ist eine effiziente Methode, um diesen Spagat zu meistern. Dabei eignet sich besonders die sognenannte Vakuumisolierverglasung (VIG).
Isolierverglasungen für höhere Energieeffizienz
Isolierverglasungen bestehen in der Regel aus zwei miteinander verbundenen Scheiben mit einem abgedichteten Zwischenraum.
Bis in die 1980er Jahre war dieser Scheibenzwischenraum mit Luft gefüllt. Für die damaligen Anforderungen an den Wärmeschutz reichte diese Dämmung aus und der Fensteraufbau blieb vergleichsweise schlank und einfach herzustellen.
Doch mit den steigenden Anforderungen an den Wärmeschutz wurden bessere U-Werte erforderlich. Diese geben den Wärmedurchgangskoeffizienten an – das Maß dafür, wie viel Wärme pro Quadratmeter und pro Grad Kelvin Temperaturunterschied durch ein Bauteil fließt (W/(m²K).
Um den Wärmeverlust zu reduzieren, wurde der Scheibenzwischenraum anstatt mit Luft mit Edelgasen, wie beispielsweise Argon, gefüllt. Diese Gase leiten Wärme schlechter als Luft, was die Wärmedurchlässigkeit verringert und für eine bessere Isolierung sorgt.
Die im Neubau üblicherweise eingesetzte Zwei- oder Dreifachverglasung ist für viele historische Fensterrahmen jedoch aufgrund ihrer Dicke und Schwere ein Problem. Sie lassen sich nicht ohne weitere Anpassungen der Grundsubstanz verbauen, was zum Konflikt mit dem Denkmalschutz führen kann. Die Lösung: Das deutlich dünnere Vakuumisolierglas.
Die Besonderheiten von Vakuumisolierglas
Vakuumisolierglas hat ein anderes Funktionsprinzip als das klassisches Isolierglas. Es besteht ebenfalls aus zwei Glasscheiben und einem Scheibenzwischenraum. Anstatt diesen mit Gas zu füllen, wird die Luft weitgehend entfernt, sodass ein Vakuum entsteht. Kleine Stützen im Inneren verhindern, dass die Scheiben durch den Druckunterschied aufeinandergepresst werden.
Durch die technische Zusammensetzung des Vakuumisolierglases lassen sich sehr niedrige U-Werte Erreichen, je nach System im Bereich von etwa 0,34 bis 0,5 W/(m2K).
Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit
Neben der Energieeffizienz ist auch die längere Lebensdauer von Vakuumisolierglas von großer Bedeutung, wodurch Ressourcen geschont werden. Ein weiterer Pluspunkt ist die Kreislauffähigkeit der Fenster-Systeme, die in der Regel sortenrein recycelt werden können.
Damit bietet Vakuumisolierglas großes Potenzial für die energetische und ressourcenschonende Denkmalsanierung.
Quellen
https://www.glas-herzog.de/produkte/multifunktion/fineo-vakuumglas/
https://www.metallbau-magazin.de/artikel/pilotprojekt-mit-vakuumglas-3978600.html
https://www.ift-rosenheim.de/vakuumglas
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S2210670718312435

























