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Glass Industry News

Fazit Rosenheimer Tür- und Tortage 2012

, ift

Über 320 Experten trafen sich am 24. und 25. Mai in Rosenheim, um sich über Neuerungen für die Tür- und Torbranche zu informieren. Das Veranstaltungsmotto Universal Design zog sich dabei durch viele Beiträge. Themen wie Bauproduktenverordnung, Energieeffizienz, Nachhaltigkeit, Kennzeichnung, Nutzungssicherheit fließen zusammen und können nicht mehr nur einzeln betrachtet werden. Der Institutsleiter des ift Rosenheim Ulrich Sieberath stellte daher in seinem Eröffnungsvortrag die aktuellen Entwicklungen und Trends für Türen und Tore vor und hielt fest, „dass die Zukunft den Produkten gehört, die Nachhaltigkeit und Universal Design integrieren.“ Er forderte eine einfachere Handhabung zur Bedienung der Produkte, um sie für eine größtmögliche Gruppe von Nutzern verfügbar zu machen.


Die Trends Nachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit und zukunftsgerechtes Bauen fordern die Branche – sei es bei Gesetzen und Normen, bei der Gebrauchstauglichkeit oder der Zertifizierung von Produkten. Mit den Gestaltungsmerkmalen des Universal Designs (UD) kommen bei Türen und Toren zu den bekannten Leistungsmerkmalen wie Verformungsstabilität, Brand- oder Schallschutz sozio-kulturelle Kriterien hinzu. Hierzu zählen beispielsweise die einfache Handhabung und Nutzung. UD ist eine Antwort auf den demographischen Wandel und die neuen Lebensstile, die beide zur unkomplizierten Bedienung und flexiblen Nutzung von Häusern, Räumen und Bauteilen zwingen. Das Konzept sieht vor, Produkte für eine größtmögliche Gruppe von Menschen einfach handhabbar und nachhaltig zu entwickeln. UD kann so erheblich zur wirtschaftlichen und sozialen Nachhaltigkeit von Umwelt, Produkten und Dienstleistungen beitragen.

Stefan Rappold (Behnisch Architekten, Stuttgart) erläuterte anhand verschiedener Projektbeispiele das zukunftsgerechte Wohnen aus Sicht eines Architekten und wünschte sich mehr einen Blick auf das Ganze – also eine integrale Planung durch Fachingenieure, Planer und Architekten, um den vorab formulierten Zielen so nahe wie möglich zu kommen. Die Entwicklungen der letzte Jahrzehnte in den Bereichen Baumaterialien, -technik, -prozesse machten dies unbedingt notwendig, und besonders die Wünsche, Anforderungen und Bedürfnisse der Bauherren und Nutzer gelte es qualitativ zu berücksichtigen.

„Produkte für alle sparen ebenso Ressourcen und öffnen Märkte“, führte der bekannte Universal-Designer Prof. Fritz Frenkler (universal design e.V., München) aus. Besonders wichtig sei bei der Entwicklung der Produkte, dass diese nicht eine bestimmte Nutzergruppe stigmatisieren, sondern für eine möglichst große Gruppe von Menschen nutzbar werden.

Dr. Bernhard Schneider vom BMVBS, Berlin, berichtete ausführlich zur neuen EU-Bauproduktenverordnung. Er erwartet, „..., dass sie eine dauerhaft tragfähige Grundlage zum weiteren Ausbau des EU-Binnenmarktes darstellen wird“. Eine Reihe bisher strittiger Fragen werde durch sie rechtlich geklärt und Fragen des Arbeits-, Umwelt- und Klimaschutzes fänden verstärkt Eingang in das europäische Bauproduktenrecht.

Der renommierte Zukunftsforscher Dr. Eike Wenzel (Institut für Trend- und Zukunftsforschung ITZ, Hamburg) brachte es im Abschlussvortrag zu den Megatrends der Zukunft auf den Punkt: „Wer sich rechtzeitig mit den Megatrends beschäftigt, gehört zu den Gewinnern in den kommenden 10 bis 20 Jahren.“ Das Smart-Home 2.0 bedeute nicht Füße-hoch-Luxus, sondern vielmehr Sicherheit und Komfort.

In den sechs Themenblöcken wurden weitere relevante Fachthemen ausführlich vorgestellt und mit großem Interesse durch die Teilnehmer verfolgt. Rege Diskussionsrunden schlossen sich an.

Themenblock Innentüren
Frédéric Wielezynski (CFBA, Frankreich) stellte ausführlich die zukünftige Produktnorm für Innentüren prEN 14351-2 vor. Der aktuelle unveröffentlichte Entwurf soll gegenüber dem bisherigen vereinfacht sein. Nach Erwartung des Referenten ist mit einer Veröffentlichung jedoch frühestens 2013 zu rechnen. Die verschiedenen Anforderungen und Nachweise nach den neuesten Regelwerken beim Schallschutz von Innentüren wurden von Bernd Saß (ift) erläutert, und ein Forschungsprojekt zur Erarbeitung von Prüfverfahren für verschiedene Innentüroberflächen, für die es bisher keine verbindlichen Verfahren oder normativen Anforderungen gibt, präsentierte Dr. Rico Emmler (ihd Dresden) sehr anschaulich.

Themenblock Außentüren
Manuel Demel (ift) stellte die Möglichkeiten zur Energieeffizienz mit Türen (Kenngrößen, aktuelle Anforderungen, Fördermöglichkeiten) und deren Nachweisführung vor. Anschließend referierte Stefan Ude (ift) über die Möglichkeiten, mit Nachweisen die baurechtlichen Anforderungen an Türen und Tore zu erfüllen, und gleichzeitig damit auch Vertriebspotenzial zu nutzen. Professor Christian Niemöller (Kanzlei SMNG, Frankfurt a.M.) informierte zu Neuerungen im europäischen Verbraucherschutz, den daraus resultierenden neuen Pflichten für die Hersteller und stellte die verschärfte Marktüberwachung von Bauprodukten vor, was großes Interesse und Fragen der Zuhörer hervorrief, da voraussichtlich ein Schwerpunkt des Marktüberwachungsprogramms 2012 bei Fenstern und Außentüren nach EN 14351-1 liege.

Themenblock Tore & Automatiktüren
„Barrierefreiheit, ein wichtiger Aspekt von UD, umfasst mehr als Hilfen für Rollstuhlfahrer“, führte Knut Junge (ift) aus und erklärte ausführlich, welche rechtlichen und normativen Vorgaben aktuell sind. Er stellte auch das Förderprogramm 15 „Altersgerecht Umbauen“ der KfW vor. Beim Thema Tormontage wurde aus Sachverständigensicht von Olaf Vögele (Sachverständigenbüro Vögele, Bergisch Gladbach) als das A und O Sachkenntnis über die entsprechenden Regelwerke und Pflichten gefordert. Ebenso erfordern Montage, Prüfung und Wartung ein entsprechend geschultes Personal, um Risiken und Unfälle zu minimieren. Beim anschließenden Vortrag zur Nachrüstung wurde deutlich, dass die hier Sachkenntnis ebenso entscheidend ist, da eventuell zukünftig eine neue Maschine in Verkehr gebracht wird, für die eine Risikobeurteilung nach Maschinenrichtlinie erfolgen muss. „In jedem Fall sollte vorher die Abwägung der Wirtschaftlichkeit und der Haftungsrisiken stattfinden“, so Klaus Hein vom ift.

Themenblock Beschläge & Sicherheit
Der Weg zum EG-Konformitätszertifikat für Türen in Flucht- und Rettungswegen, das für eine CE-Kennzeichnung grundlegend ist, wurde von Pascal Geiger (ift) beschrieben und bot den Teilnehmern eine gute Gelegenheit für Fragen rund um das Konformitätsverfahren. Ausführlich wurde die neue EN 1627ff und die ersten Erfahrungen mit ihrer Anwendung von Jens Pickelmann (ift) vorgestellt. Die Einführung zweier neuer Klassen (RC 1 N und RC 2 N), die auch von Seiten der KPK-Empfehlungen (Kommission Polizeiliche Kriminalprävention) berücksichtigt werden, bieten für Hersteller einbruchhemmender Türen sogar noch bessere Vermarktungschancen in Deutschland. Dass Universal Design für Bauprodukte und besonders für Hersteller von Türen, Toren, Fenstern und Baubeschlägen relevant ist und gute Zukunftschancen für die Vermarktung liefert, wurde im Vortrag von Christian Kehrer (ift) erläutert. Um die Nachweisführung möglichst einfach zu gestalten, sollen die relevanten ift-Zertifizierungsprogramme mit optionalen Anhängen zum UD erweitert werden. Aktuell werden UD-Kriterien für Innentüren in Zusammenarbeit mit dem universal design e.V. erarbeitet.

Themenblock Brand- & Rauchschutz
Die Möglichkeiten des Einsatzes von Feuerschutzabschlüssen (FSA) im XXL-Format beschrieb Volker Müller (ift). FSA gelten bis zur Einführung der Produktnorm EN 16034 als nichtgeregelte Bauprodukte und bedürfen in Deutschland und anderen europäischen Ländern bauaufsichtlicher Verwendbarkeitsnachweise. Die Ausnutzung der Anwendungsregeln bedeutet für die Hersteller eine Erleichterung für Größenextrapolationen, jedoch auch eine große Verantwortung, da sie in Kenntnis der Konstruktion und des Brandverhaltens ihrer Produkte die Entscheidung darüber treffen, ob die normativen Regeln, die anwendbar sind, auch mit der tatsächlichen Leistungsfähigkeit ihrer Produkte in Einklang stehen. Christine Schmaus (ift) stellte die derzeitige Situation für Rauchschutzabschlüsse bis zur Einführung der Produktnorm in Deutschland vor, beantwortete Fragen nach Neuerungen bei einer Erstausstellung bzw. Verlängerung von bauaufsichtlichen Verwendbarkeitsnachweisen und warf einen Blick in die Zukunft mit der Produktnorm EN 16034 und dem erweiterten Anwendungsbereich EN 15269-20. Dr. Gerhard Wackerbauer (ift) betrachtete die Austauschmöglichkeiten für Beschläge in Feuerschutzabschlüssen genauer. Im modifizierten Zulassungsverfahren in Deutschland erfolgt der Austausch auf Basis der Liste der geprüften Zubehörteile. Sie enthält wesentliche Kennwerte der Beschläge, die beim Austausch gleich oder weniger kritisch sein müssen; in Österreich gilt hierfür die ONR 23850.

Themenblock Umwelt & Ressourcen
Benno Bliemetsrieder (ift) konnte zum Thema Innenraumbelastung durch VOC-Emissionen von Türen Entwarnung geben: Das F&E-Projekt „Innenraumbelastung durch VOC-Emissionen von Türen“ erbrachte weitgehend unkritische Emissionen von VOC und Formaldehyd gemäß AgBB-Schema oder französischem Bewertungssystem. Er empfahl jedoch den Herstellern, sich bereits jetzt damit auseinanderzusetzen, da beispielsweise in Frankreich Bauprodukte entsprechend deklariert werden müssen. Die neue Bauproduktenverordnung fordert als neue siebte wesentliche Anforderung die „nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen“. Soweit verfügbar, soll diese durch eine EPD (Environmental Product Declaration) nachgewiesen werden. Hierin werden umweltbezogene Angaben zu Bauprodukten gemacht, ohne diese jedoch zu bewerten. Patrick Wortner (ift) stellte die besonderen Herausforderungen bei den Dokumenten für Türen dar. Bernd Strufe (ift) erläuterte die Vorteile von kombinierten Managementsystemen und zeigte, dass es sehr viele Gemeinsamkeiten und dadurch Synergien zwischen Energie- und Umweltmanagementsystemen gibt. Ab 2011 wird die Einführung eines Energiemanagementsystems (EnMS) zur Voraussetzung für Energiesteuerermäßigungen, wobei der Zeitraum 2011/2012 als Übergangsphase genutzt werden kann; ab 2013 ist die Durchführung eines voll funktionsfähigen EnMS notwendige Bedingung.

Eine interessante Ergänzung zu den fachlichen Vorträgen bot die Teilnahme am Hindernisparcours in einem Alterssimulationsanzug, bei dem die Gäste die Themen Barrierefreiheit/Bewegungsunsicherheit und ihre Probleme „live“ erfahren konnten. Die Besprechungsmöglichkeiten zwischen den Referaten am ift-Meeting-Point sowie der abwechslungsreiche modern-bayerische Festabend boten Teilnehmern, Referenten und Geschäftsfreunden ausreichend Gelegenheit für einen zwanglosen Austausch.

Der Dokumentationsband mit Textmanuskripten und den Vortragsfolien auf CD gibt allen Experten, die nicht zur Veranstaltung kommen konnten, die Möglichkeit, diese aktuellen Informationen zu nutzen. Er ist auf der ift-Website im Bereich Literaturverkauf erhältlich: http://www.ift-rosenheim.de/literatur.php

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