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Der Bauherr legt Wert auf DetailsNein, hier wird kein stilechter Martini dry serviert, auch wenn von Oliven und mundgeblasenen Gläsern die Rede ist. Vielmehr handelt es sich dabei um die „Zutaten“ zu historischen Fenstern. Der Hohenberger Schreiner Holger Bareuther arbeitet derzeit an einem außergewöhnlichen Auftrag. In seiner Werkstatt stehen zehn alte Originalfenster aus einem denkmalgeschützten Haus bei Erlangen zum Restaurieren. Zwanzig weitere sollen originalgetreu nachgebaut werden. Der Auftraggeber ist der Erlangener Stadtheimatpfleger Konrad Rottmann für sein Privathaus. Was macht ein detailversessener Bauherr, der selbst Steinbildhauer ist und Architektur und Denkmalpflege studiert hat, wenn er sein denkmalgeschütztes Haus wieder in den Zustand seiner Erbauung versetzen möchte? Er wendet sich an Handwerker mit entsprechender Erfahrung. Kein Problem, sollte man meinen, hat doch Konrad Rottmann durch seine denkmalpflegerische Tätigkeit gewiss genug gute Adressen. Weit gefehlt. Von einem befreundeten Steinmetzbetrieb bekam er die Empfehlung, es doch mal im Fichtelgebirge zu versuchen. Volltreffer! In Hohenberg hat sich die Schreinerei Bareuther auf die Restauration und den Nachbau historischer Fenster spezialisiert. Holger Bareuther wusste sofort, was Sache war. Kein Aufpeppen des alten Materials, sondern eine exakte Rekonstruktion des Urzustandes. Behutsam wurden die historischen, teils schon etwas maroden Fenster ausgeglast und zerlegt, schadhafte Holzteile erneuert und anschließend wieder zusammengefügt. Natürlich mussten auch die Zutaten authentisch sein. Ob es um Fitschenbänder, Schnäpper, verdeckte Stangengetriebe oder die Drehgriffe – in der Fachsprache „Oliven“ genannt – ging, der Schreiner und sein Auftraggeber scheuten keinen Weg, um originale oder originalgetreue Teile zu beschaffen. Einfacher gestaltete sich die Suche bei den Fensterscheiben, die nur noch sehr spärlich vorhanden waren. Natürlich müssen es mundgeblasene sein. Und die werden gleich um die Ecke bei der Glashütte Lamberts in Waldsassen hergestellt. So wie sie zur Zeit der Erbauung des Rottmannschen Hauses um 1898 üblich weren. Die mundgeblasenen Fensterscheiben der Glashütte Lamberts sind speziell auf diese Anforderungen ausgerichtete Flachgläser, die nach alter Tradition von Hand in Einzelproduktion gefertigt werden. Sie sind also nicht „modern nachgemacht“, sondern entsprechen in jedem Arbeitsschritt und im Material den historischen Vorbildern. Es erfordert von den Glasmachern ein hohes Maß an Erfahrung, Können und Kraft, den großen, glühenden Glasballon so gleichmäßig zu bewegen, dass daraus später eine homogene Glastafel entsteht. Die Scheiben zeigen ein subtiles Spiel mit dem Hintergrund, sind aber dennoch in ihrer Wirkung unaufdringlich. Sie unterscheiden sich von Erzeugnissen industrieller Massenproduktion durch ein außergewöhnliches Zusammenspiel von Farbe, Oberflächenstruktur und Bläselung. 26.09.2008, frankenpost.de News material on the Site is copyright and belongs to the Company or to its third party news provider, and all rights are reserved. Any User who accesses such material may do so only for its own personal use, and the use of such material is at the sole risk of the User. Redistribution or other commercial exploitation of such news material is expressly prohibited. Where such news material is provided by a third party, each User agrees to observe and be bound by the specific terms of use applying to such news material. We do not represent or endorse the accuracy or reliability of any of the info contained in any news or external websites referred to in the news.
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